Das Ärztenetz BOHRIS e.V. hat in diesem Jahr eine wichtige Initiative gestartet, um die medizinische Versorgung in Pflegeeinrichtungen in Bocholt, Rhede und Isselburg noch besser miteinander abzustimmen. Ziel der neuen Kooperation ist es, den regelmäßigen Austausch zwischen Pflegeheimleitungen, Pflegepersonal und den betreuenden Ärztinnen und Ärzten zu stärken – im Sinne der Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch der Pflege- und Gesundheitsteams. Acht Pflegeheime sind bereits Teil des Bündnisses – weitere Einrichtungen sind herzlich eingeladen, sich anzuschließen.
„Wir freuen uns, dass sich bereits acht Einrichtungen unserem Bündnis angeschlossen haben“, so das Ärztenetz. „Diese Kooperation sehen wir als wichtigen Schritt für eine verlässliche, wohnortnahe Versorgung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.“
Auftakt war bereits 2024
Der Impuls für diese Zusammenarbeit entstand bereits im vergangenen Jahr: Bei einem ersten gemeinsamen Treffen von Pflegeheimleitungen, ärztlichen Hauptversorgern und dem Ärztenetz wurde deutlich, wie wichtig ein solcher Dialog ist. Die große Bereitschaft, im Gespräch zu bleiben und gemeinsam an Verbesserungen zu arbeiten, war der Ausgangspunkt für die nun umgesetzte Idee eines formalen, aber freiwilligen Bündnisses.
Diese acht Einrichtungen sind bereits dabei:
- AWO Jeanette-Wolff-Zentrum Bocholt
- Diepenbrockstift Bocholt
- Haus Rothkirch – Isselburg
- Guter Hirte Bocholt
- Azurit Gruppe
- St. Elisabeth Haus Isselburg
- St. Hildegard Senioren- und Pflegezentrum Rhede
- Evangelisches Johanneswerk Bocholt
Eine dieser Einrichtungen ist Haus Rothkirch – Isselburg. Inhaber und Geschäftsführer Samuel Rothkirch betont:
„Durch die Zusammenarbeit mit dem Ärztenetz können wir die medizinische Versorgung unserer Bewohnerinnen und Bewohner auch mit Blick auf die perspektivischen Herausforderungen sichern. Feste Ansprechpartner sorgen dafür, dass strukturelle Maßnahmen schneller eingeleitet und Abläufe kontinuierlich begleitet werden – ein echter Mehrwert für uns als Einrichtung der stationären Pflege.“
Worum geht es konkret?
Die Kooperation basiert auf einem regelmäßigen, verbindlichen Austausch auf Augenhöhe. Einmal jährlich lädt das Ärztenetz BOHRIS zu einem Netzwerktreffen ein, bei dem sich Heimleitungen, Pflegedienstleitungen und die betreuenden Ärztinnen und Ärzte – z. B. aus hausärztlicher, neurologischer oder psychiatrischer Sicht – begegnen. Dabei geht es um konkrete Themen aus dem Versorgungsalltag: Was läuft gut? Wo hakt es? Welche Lösungen lassen sich gemeinsam finden?
Was ist das Ziel?
Das Ärztenetz BOHRIS ist überzeugt: Tragfähige Brücken zwischen Pflege und Medizin entstehen nicht durch Vorgaben, sondern durch echtes Miteinander. Es braucht Geduld, Respekt und die Bereitschaft, auch kleine Schritte gemeinsam zu gehen. Umso wichtiger ist es, einen strukturierten Rahmen zu schaffen, in dem der Austausch regelmäßig und konstruktiv stattfinden kann.
Was ist uns dabei wichtig?
Die Kooperationsvereinbarung ist freiwillig, transparent und einheitlich gestaltet. Sie wird allen Pflegeheimen im Versorgungsgebiet gleichermaßen angeboten – unabhängig von Trägerschaft oder Größe. Individuelle Anpassungen sind nicht vorgesehen, um eine faire und verlässliche Grundlage für alle Beteiligten zu gewährleisten. Die wirtschaftliche und rechtliche Selbstständigkeit der Einrichtungen bleibt dabei selbstverständlich unberührt.
Ein Zeichen der Wertschätzung
„Als Ärztenetz schätzen wir die Zusammenarbeit mit den Pflegeheimen der Region sehr“, so Dr. Jens Winkelmann, Geschäftsführer vom Ärztenetz BOHRIS. „Wir sehen in der Kooperation ein starkes Zeichen für Verantwortungsbewusstsein, Qualität und gemeinsame Weiterentwicklung – im Sinne aller, die in der Pflege leben oder arbeiten.“