Impfstart im Azurit-Seniorenzentrum

Die 136 Bewohner des Bocholter Azurit-Seniorenzentrums haben Glück: 74 von ihnen sind bereits gestern gegen das Corona-Virus geimpft worden, der Rest soll im Laufe der Woche seine erste Impfdosis erhalten. Und: Alles lief hervorragend, wie Heimleiter André Krome und Dr. Jens Winkelmann vom Ärztenetzes Bohris berichteten. „Keiner der Bewohner hat Kreislaufprobleme bekommen, niemand hat eine allergische Reaktion gezeigt“, sagt Winkelmann zufrieden. Er war es, der den Bewohnern den Impfstoff in den linken Oberarm spritzte. „50 von ihnen sind meine eigenen Patienten“, sagte er. Weil das Azurit das Pilot-Seniorenheim von Bohris sei, hätten der Kreis Borken und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe es ausgesucht. Insgesamt wurden die ersten 180 Impfdosen des Kreises auf das Bocholter Azurit sowie zwei weitere Heime in Vreden und Heiden aufgeteilt, wie Kreispressesprecher Karlheinz Gördes berichtete. Besonders gefährdete Bewohner sollten als erste geimpft werden, erklärte er. So sei die Prioritätenliste zusammengesetzt worden. Pünktlich um 8 Uhr sei der Impfstoff der Firma BionTech zum Azurit gebracht worden, berichtet Winkelmann. In einem extra dafür eingerichteten Raum habe er die Fläschchen mit der Impflösung dann aufbereitet. Fünf bis sechs Dosen seien in jeder Flasche. Mit Kochsalz habe er die Lösung verdünnt. Sobald dies geschehen sei, habe man noch sechs Stunden zum Impfen, erklärt der Arzt. Von Zimmer zu Zimmer sei er dann mit den Impfspritzen gezogen. Der älteste Impfling im Azurit ist eine 98-jährige Frau, berichtet Winkelmann. Der jüngste Impfling sei 74 Jahre alt. In nur vier Stunden habe er alle 74 Bewohner geimpft. Bereitwillig hätten sich die alten Menschen den Impfstoff spritzen lassen. „Die meisten haben sich gefreut, weil sie sich dann bald wieder freier bewegen können“, sagte Winkelmann. „Nur drei Bewohner wollten zunächst nicht,“ Er habe ihnen dann ein Arztgespräch angeboten und nach dieser Beratung hätten sie sich dann doch impfen lassen, berichtet er. Die sechs Formblätter, die von den Impflingen oder deren rechtlichen Betreuern zuvor ausgefüllt und unterschreiben werden mussten, hätten bei seiner Ankunft bereits bereitgelegen. Heimleiter Krome habe alles ganz toll vorbereitet, lobte Winkelmann. Auch Dr. Michael Adam, Geschäftsführer des Ärztenetzes Bohris zeigte sich sehr zufrieden. Bis Silvester soll der Kreis Borken noch weitere 2400 Impfdosen erhalten, berichtete Kreispressesprecher Gördes. Die genauen Fahrpläne und welches Seniorenheim wann an der Reihe sei, werden nicht bekanntgegeben. Das Azurit-Seniorenheim jedenfalls ist laut Winkelmann und Krome dabei. Hier sollen auf jeden Fall noch die restlichen Bewohner und auch das Personal gegen Covid 19 geimpft werden. Der Fortgang der Kampagne im neuen Jahr hängt laut Gördes von den kommenden Impfstoff-Zuteilungen ab.

Quelle:BBV